Über das Cafè

Als im Jahre 2014 bekannt wurde, dass das Büro der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge in die alte Post nach Harburg verlegt werden soll, stellten wir Überlegungen an, wie wir Flüchtlinge solidarisch und sozial unterstützen, wie wir sie spürbar und anhaltend willkommen heißen können.

Wir begannen ein Café der Gastfreundschaft in ehemaligen Jugendräumen der Ev. Trinitatisgemeinde vorzubereiten. In dieser Kirchengemeinde gab es schon längere Zeit durch die Gewährung von Kirchenasyl eine solidarische Unterstützung für Flüchtlinge.

 

Mit dem Büro der Zentralen Erstaufnahme kamen auch verschiedene Wohneinrichtungen der Erstaufnahme nach Harburg. Außerdem gibt es Folgeeinrichtungen für Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus.

In fußläufiger Entfernung zu mehreren solcher Lager- und Wohneinrichtungen liegt die Harburger Trinitatisgemeinde. Die Erfahrungen in der Gemeinde, die positive Willkommenseinstellung, die zur Verfügung stehenden Räume und die zur Unterstützung bereiten Helferinnen und Helfer machten eine Eröffnung des Refugio – Café der Gastfreundschaft leicht. 

Nachdem der Kirchengemeinderat dem Vorhaben zugestimmt hatte, konnten wir im November eröffnen - mittlerweile an 6 Tagen der Woche. Positive Zeitungsberichte, Mund zu Mund Propaganda u.a.m. machten eine rasante Entwicklung des Cafés möglich. Jeden Tag meldeten sich Menschen mit neuen Ideen, viel Elan  und Freude an der gemeinsamen Arbeit. Das Refugio ist ein Raum außerhalb der bedrückenden Lageratmosphäre. Hier können die  Menschen sich miteinander austauschen, spielen, Sprache lernen, sich bei Arbeit- und Wohnungssuche helfen, Freundschaften schließen und sich in Verzweiflungssituationen stützen.

 

Wir sind fast hundert Helferinnen und Helfer im Café der Gastfreundschaft, und es ist für alle eine Freude im Refugio zu arbeiten. Viele sehr verschiedene Menschen bringen sich mit ihren jeweiligen Begabungen und Vorlieben ein und lernen voneinander. Ohne Hauptamtliche organisieren wir uns in einer solidarischen Art und Weise, helfen einander und achten aufeinander.

Es gibt ein breites und sich ständig veränderndes Angebot innerhalb und außerhalb der Café-Räume: Kochen mit Gästen, Sprachkurse, Sportangebote wie Klettern, Fußball, Walking und Fahrradtouren, Stadtspaziergänge und Führungen, Sportveranstaltungen und Konzerte, freundschaftliche Unternehmungen mit Gästen, Begleitung bei Behördengängen.


Das Café der Gastfreundschaft entstand ohne lange Vorbereitungszeit und zähen „Entwicklungsprozess“. Jeden Tag schenken Menschen dem Refugio Zeit, Lebensmittel und andere Spenden. Die Arbeit im Café macht viel Freude und die unkomplizierte Zusammenarbeit verblüfft und überrascht immer wieder.


Wir freuen uns natürlich über neue Helfer und Helferinnen, glauben aber auch, dass an vielen Orten solche Stätten der praktischen Solidarität möglich sind und sagen: einfach anfangen!